Lied United - Die Reihe für akustisches Liedgut
Singer/Songwriter-Abend in Club-Atmosphäre
Next Show: Sonntag, 26.02.2012 • 20h
Jan Stárek
Avandgarde-Songwriter/Düsseldorf
www.artou.de/kuenstler/jan-strek/
Jonas Zorn
Indie/Köln
http://www.myspace.com/jonaszorn
Robert Gasper
Deutschsprachiger Indie/Köln
www.robertgasper.de/
Drei Städte, drei kantige Profile
Konzertreihe "Lied United" wartet im Februar mit etwas anderen Songwritern auf.
Auch eine Woche nach Karneval zeigt die Kölner Konzertreihe für akustisches Liedgut "Lied United" noch Humor der eher ausgefalleneren Sorte: Die vier ehrenamtlichen Betreiber der Reihe haben sich ausgefallene Songwriter aus drei Städten eingeladen – und einer davon ist auch noch in Düsseldorf zu Hause. Dabei handelt es sich um keinen geringeren als Jan Stárek. Geboren im Prag zu Zeiten der CSSR, emigrierte er nach Deutschland und war dann Bassist der legendären Düsseldorfer Avantgarde-Punkband S.Y.P.H. und zählte dort zu den Protagonisten des Ratinger Hofs, der seinerzeit Ausgangspunkt der Deutschen Punkszene war. Nach einer Emigration nach London entdeckte Stárek die Musik als Medium und schrieb "emanzipiert-eigenständige Songs abseits des Üblichen". Zwar rückt inzwischen die Bildkunst zunehmend in den Vordergrund seiner künstlerischen Arbeit und er ist mit regelmäßigen Ausstellungen präsent, wenn er aber wie im Februar im blue shell zur Gitarre greift, kehrt er auf sehr intime Art seine Seele nach außen und beschert dem Publikum Grenzerfahrungen.
Grenzerfahrungen spielen vielleicht auch für den zweiten Gast, Jonas Zorn eine Rolle, und das nicht nur, weil er dereinst den Schritt aus dem westfälischen Münster in die neue Wahlheimat Köln suchte. Auch die Geschichten, die er in gefühlsstarken, oft traurigen Liedern mit markanter Stimme erzählt sind wortstark, beseelt und passen sich in das Themenfeld "Grenzerfahrung" und "Reise" hervorragend ein. "Heimischer Charme trifft auf Fernweh" heißt es da folgerichtig in einer Rezension seines Albums in der Musikzeitschrift "Visions". Dabei sucht Zorn immer wieder den persönlichen Kontakt zum Publikum und garantiert somit genau wie Stárek ein ganz einmaliges Erlebnis.
Einmalig ist sicherlich auch das, was der dritte Akt des Abends, das feste Mitglied des Musikernetzwerkes Lied United, Robert Gasper textlich und musikalisch präsentiert. Gäbe es eine Musikszene mit dem Titel "Kölner Schule", Gasper wäre sicherlich ihr Gründer. Texte, die sich an den frühen Blumfeld und Bernd Begemann orientieren und die tiefen Abgründe der menschlichen Existenz nicht ohne ein humorvolles, satirisches Zwinkern aufzeigen. Dazu erschafft der Kölner Musiker an Klavier oder Gitarre schräge Popperlen, die sich partout nicht einfangen und in eine Schublade stopfen lassen wollen, kraftvoll, bewegend, verletzlich bis verletzend.
Zusammengewebt wird das Programm wie immer von den zynisch-heiteren Kommentaren des Moderators der Reihe, Wolfgang A. Noethen. Zuletzt war er Gerüchten zufolge zwar als Gottschalks Nachfolger bei "Wetten, dass…?" im Gespräch, das Angebot hat Noethen laut jüngsten Medienberichten jedoch abgelehnt, so dass er Lied United und damit auch Köln wohl fürs Erste erhalten bleibt.
www.lied-united.de